Vieles, was ich rede, kommt aus meiner Eitelkeit.


Vieles sage ich, weil ich meine Wichtigkeit überschätze.

Ich möchte aber,
dass mein Urteil barmherzig ist,
meine Entscheidung vorsichtig,
meine Antwort abgewogen.
Ich werde es nur erreichen,
wenn mein Wort aus dem Schweigen kommt.

Ich möchte mit meinem Wort
anderen Menschen gerecht werden.
Ich möchte, dass es sie nicht verletzt,
erniedrigt oder entmutigt.

Ich möchte mit meinem Wort heilen.
Ich möchte reinigen,
möchte Frieden stiften und Kraft geben.
Das kann ich nur, wenn ich nicht alles ausspreche,
das zu sagen nahe läge.

Was zu sagen lohnt,
liegt nicht nahe, sondern fern.
Ich möchte schweigen, weil ich Zeit brauche,
um zu warten,
bis mein Wort aus seiner Ferne herkommt,
bis ich es höre und es sagen kann.




Jörk Zink





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