Liebe Frauen in Zehlendorf!
Liebe Gäste dieser homepage!
Gerät die Welt aus den Fugen? Es vergeht keine Woche ohne Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutsche, Erbeben, Tsunamis, Waldbrände, Dauerregen.
Vieles sind die Folgen menschlicher Entscheidungen, in die Natur einzugreifen und Folgen menschlicher Handlungen. Es vergeht keine Woche ohne Schießereien, Selbstmordattentätern, Terrorakte, Putschversuche, gekenterte Boote im Mittelmeer, neue Krisengebiete in Afrika verbunden mit einer Riesenflüchtlingswelle.
Sind das auch Folgen menschlicher Entscheidungen und menschlicher Handlungen??
Wir erleben uns hilflos, ohnmächtig und wütend, sehen die furchtbaren Bildern im Fernsehen, im Internet und in den Zeitungen. Wenn wir Angehörige und Bekannte an den Orten der Gewalt haben, rutscht dieser Wahnsinn ein großes Stück näher an uns ran und wir spüren etwas von dieser Angst und Unsicherheit hautnah, dass es auch uns bekannten Menschen getroffen haben könnte.
Das Anzünden von Kerzen und Ablegen von Blumen vor den Botschaften der betroffenen Länder ist ein Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls für die Familien der Opfer. Es ist ein Ausdruck unserer Ohnmacht und auch unserer Trauer und Tränen.
Die alte Frage: wo war Gott?
Wie ist es möglich, diese (scheinbare) Gottverlassenheit in diesen vielen Katastrophen zu erklären? Wie ist es möglich, dass die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes das alles zulässt und viele Unschuldige getötet werden?
Viele von uns stellen sich die Fragen und geraten in Glaubenszweifel. Einerseits die Krönungsmesse in einem feierlichen Gottesdienst, der Blick von einem hohen Berg, das tosende Meer, die spürbare Liebe der Menschen in meiner Umgebung und dabei immer der Gedanke, dass Gott diese Welt wunderbar erschaffen hat und ich staunend dankbar bin.
Andererseits die vielen unschuldige Opfer, Erwachsene, ältere Menschen und Kinder. Wie passt das zusammen? Wie halten wir diese Spannung aus?
In einem Artikel über Trösten fand ich einen interessanten Gedanken. Es wird beschrieben, wie Menschen getröstet werden können, die ein Kind verloren haben und wie ihnen Seelsorger begegnen. "Trauernde verlieren nicht nur den Verstand, sie klagen an, wenn man das ihnen erlaubt. Gerade Gott klagen sie an, weil sie empfinden - und wer will ihnen das ausreden? -, er habe den Tod nicht verhindert. Und eben diese Anklagen, diese zum Teil heftigen Beschimpfungen halten viele Theologen nicht aus. Sie bekommen, um es mal platt zu sagen ‚Angst um ihren Gott`"
Hier geht es um Seelsorger in diesem Artikel, aber auch ein Stück um uns. Dieser Satz, Angst um meinen/ unseren Gott zu haben geht mir nach. Trifft er auch zu in Anbetracht der Bilder im Fernsehen. Habe ich auch Angst um meinen gütigen und menschenfreundlichen Gott?
Fragen und Zweifel einerseits und Psalmverse aus dem Alten Testament andererseits - das passt für mich zusammen.
Das ist kein fröhliches Wort auf unserer homepage zur Urlaubszeit. Urlaub - die Zeit, in der Ausspannen und Freizeit angesagt ist, Ausgelassenheit und Abenteuer, Ruhe und Erholung…..

Ich wünsche uns allen einen wunderbaren Sommer!
Jutta Blümel

vgl: Wolfgang Teichert "Vom Trost der Untröstlichkeit" in Publik Forum Extra "Würdig sterben" 2005, 26)


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